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Unser Bruttoinlandsprodukt ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent gewachsen. Von der Bundesregierung wird dieses Ergebnis als großer Erfolg gewertet.
Die Zahl 1,6 Prozent muss jedoch genauer betrachtet werden. 2003 schrumpfte unsere Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent. Auf dieser niedrigen Datenbasis baut die Vergleichszahl für 2004 auf.
Daneben gab es in 2004 im Vergleich zu 2003 mehr Feiertage, die auf einen Samstag oder Sonntag fielen. Dadurch wurde im vergangenen Jahr an mehr Tagen gearbeitet als im Vorjahr. Jeder zusätzliche Arbeitstag erhöht das Wirtschaftswachstum um ca. 0,1 Prozentpunkte. Das sog. saison- und kalenderbereinigte Wirtschaftswachstum, das diese Effekte berücksichtigt, liegt in 2004 damit nur noch bei 1,1 Prozent.
Im internationalen Vergleich sehen unsere 1,6 bzw. 1,1 Prozent Wachstum sehr schwach aus. In Europa haben nur drei Länder vergleichbar schlechte Ergebnisse. Portugal und Italien erreichten in 2004 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent, die Niederlande von 1,4 Prozent. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum betrug demgegenüber in der Eurozone insgesamt 2,1 Prozent, Japan und die USA erreichten mehr als 4 Prozent.
Experten-Meinungen zufolge geht das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr vor allem auf den Export zurück. Binnenwirtschaft und Konsum hingegen lieferten keine nennenswerte Wachstumsimpulse.
Letztendlich schafft nur zusätzliche Arbeit nachhaltiges Wirtschaftswachstum von innen! Wir müssen daher vordringlich die Probleme am Arbeitsmarkt in den Griff bekommen – die Hartz-Gesetze sind ein erster Schritt, werden aber alleine nicht helfen!
Nur wachsende Unternehmen können neue Arbeitsplätze schaffen. Um Wachstum zu erreichen, benötigen Unternehmen Rahmenbedingungen, die die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und so Wachstum möglich machen.
Die Lohnnebenkosten müssen endlich gesenkt und die Krankheitskosten von den Arbeitskosten abgekoppelt werden. Eine Erhöhung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit sowie eine Verringerung der Urlaubstage sind weitere Stellschrauben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Dortmund, 21. Februar 2005 |