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Medien standpunkt 6-2008
Standpunkt 6/2008: Metall- und Elektroindustrie mit hervorragender Beschäftigungsbilanz, aber mit deutlich gedämpften Konjunkturerwartungen

Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in unserer Region haben im 1. Halbjahr 2008 eine ausgesprochen positive Beschäftigungsbilanz vorgelegt. Damit befinden sie sich im Einklang mit der jüngsten branchenübergreifenden Halbjahres-Konjunkturumfrage unter rund 1.500 Mitgliedsunternehmen von arbeitgeber ruhr, der Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeberverbände in Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Essen und Duisburg.

Aus unserer Region haben sich 40 % der dem Unternehmensverband Metall Dortmund angeschlossenen Unternehmen, die fast 7.000 Beschäftigte repräsentieren, an der Befragung beteiligt. Im Ergebnis wird ein deutlicher Aufbau der Belegschaften im Vorjahresvergleich bestätigt. Diese Entwicklung wird sich allerdings nicht fortschreiben lassen. Es zeichnet sich vielmehr für die restlichen Monate 2008 eine erkennbare Zurückhaltung bezüglich der Einstellung weiterer Mitarbeiter ab.

Deutlich positiver sieht die Bilanz auf dem regionalen Ausbildungsmarkt aus. Rund ein Viertel der teilnehmenden Unternehmen haben zusätzliche Ausbildungskapazitäten geschaffen. Die Einstellung der Auszubildenden findet derzeit statt. Die vom Unternehmensverband in diesem Zusammenhang angebotene Einführungswoche für neue Auszubildende musste ihre sonst übliche Kapazität verdoppeln. Ca. 30 Auszubildende befinden sich aktuell in dieser Einführungswoche.

Die Konjunkturdaten können demgegenüber mit der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr Schritt halten. Bei Auftragseingang, Umsatz und Geschäftserwartungen hat sich die Zahl derer, die die Lage ihres Betriebs als besser oder gleich bleibend gut bezeichnen, im Schnitt um mehr als 3 Prozentpunkte verringert.

Insbesondere die Geschäftserwartungen sind deutlich gedämpft. Hier spielen insbesondere die exorbitant steigenden Energiepreise eine prägende Rolle. Die drastischen Preiserhöhungen auf dem Gebiet der Energieversorgung treffen insbesondere die Unternehmen besonders hart, die für ihre Produktion viel Energie benötigen.

Darüber hinaus verdichtet sich die Sorge, dass die Tarifrunde 2009 mit gewerkschaftlichen Entgeltforderungen eingeläutet wird, die fernab jeder Realität liegen. Die positiven Konjunkturkennzahlen der Vergangenheit rühren ja bekanntlich auch daher, dass in den letzten Jahren die Entgeltentwicklung ausgesprochen moderat gewesen ist. Damit hatten die Tarifvertragsparteien einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau von Beschäftigung geleistet. Die nun erkennbaren Sorgen bereitenden Entgeltsignale wirken sich bei unseren Unternehmen lähmend aus.

Dortmund, den 7. August 2008