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Medien standpunkt 14-2008
Standpunkt 14/2008: Stimmungslage bei den Unternehmen besser als einem Glauben gemacht werden soll!

Parallel zu einem Bericht in einer Dortmunder Tageszeitung, der mit „Banken bremsen die Wirtschaft aus“ getitelt worden ist, hat die Verbandsgeschäftsstelle der Dortmunder Unternehmensverbände ihre Mitglieder im Rahmen einer Blitzbefragung nach der konkreten Auswirkung auch zur Finanzkrise befragt. An der Umfrage haben sich ca. 30 % der Mitglieder beteiligt. Dies ist gerade jetzt, wo die Zeit für die Beantwortung von Umfragen knapp ist, ein solides Beteiligungsergebnis.

Bemerkenswert ist, dass die Antworten die aus den Medien vielfach vermittelten verallgemeinernden Wertungen gegenüber den Banken nicht bestätigen. Ein Ausbremsen bei der Kapitalbeschaffung wird von keinem Mitgliedsunternehmen mitgeteilt. Allerdings entsteht häufig der Eindruck, dass das finanzielle Engagement durch die Bank gründlicher geprüft und verstärkt nach weiteren Sicherheiten gefragt wird. Hiefür wird aber unisono Verständnis aufgebracht. Wer möchte schon sein Geld einem Geldinstitut zur Verfügung stellen, wenn es dieses gegen unzureichende Sicherheiten verleiht?

Auch die übrigen Antworten der befragten Unternehmen widersprechen der schwarzmalenden, medialen Verbreitung angeblich vorhandener depressiver Stimmungslagen bezüglich der wirtschaftlichen Erwartungen im neuen Jahr. Die Erwartungen zur Auftragslage für die nächsten sechs Monate sind immer noch überwiegend gleichbleibend positiv. Sogar die Beschäftigungsentwicklung für die nächste Zeit wird unverändert bis positiv gesehen. Hierfür spricht auch, dass derzeit einige Unternehmen über die Einführung von Kurzarbeit nachdenken bzw. diese eingeführt haben. Kurzarbeit ist ein vergleichsweise teures Instrument gegenüber Entlassungen. Kurzarbeit setzt voraus, dass der Antragsteller die sichere Erwartung hat, dass der wirtschaftliche Engpass zeitlich befristet ist. Nur wenn ein Unternehmen dies plausibel machen kann, zahlt die Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld. Offensichtlich ist derzeit diese optimistische Sichtweise vorherrschend.

Darüber hinaus stehen den Unternehmen insbesondere durch den vor kurzem abgeschlossenen Tarifvertrag betriebliche Regelungsmöglichkeiten zur Verfügung, die ihnen Gestaltungschancen an die Hand geben, betriebsindividuell auf die aktuellen Herausforderungen des nächsten Jahres angemessen zu reagieren. Der aktuelle Metallabschluss eröffnet den Betriebsparteien die Möglichkeit durch ein Aussetzen der vereinbarten Entgelterhöhungen z. B. auf einen signifikant nachlassenden Auftragseingang zu reagieren. Unsere Wirtschaft steuert möglicherweise in eine sehr schwere Wetterlage, unsere Unternehmen sind für das bevorstehende Jahr aber gut aufgestellt. 

Dortmund, 22. Dezember 2008