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Nach einem zunächst 19-stündigen ausgesprochen zähen und zermürbenden Verhandlungsmarathon und weiteren vierstündigen Verhandlungen haben sich die Tarifparteien der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie am Samstagabend in Düsseldorf auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. In der Nacht zum Samstag standen die Verhandlungen mehrmals vor dem Abbruch. Das Bemühen der Arbeitgeberseite war geprägt von dem Ziel, ohne Eskalation zu einer Lösung des Tarifstreits zu kommen.
Die Tarifentgelte erhöhen sich ab 01. Juli 2006 um drei Prozent. Die Lohnzahl liegt damit deutlich unter der Forderung der IG Metall. Für viele Unternehmen liegt sie aber auch hart am oberen Rand des Erträglichen.
Für die Monate März, April und Mai wird ein Einmalbetrag in Höhe von 310,-- € gezahlt. Diese Einmalzahlung kann durch freiwillige Betriebsvereinbarung entsprechend der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens verschoben, auf Null reduziert oder auf das doppelte erhöht werden. Kommt es zu keiner Betriebsvereinbarung, ist der Einmalbetrag in Höhe von 310,-- € auszuzahlen. Eine Erhöhung ist ausgeschlossen, wenn es im Unternehmen eine Regelung über eine Jahresabschlussvergütung, Gratifikationen, Jahresprämien, Ergebnisbeteiligungen, Weihnachtsgeld oder sonstige tarifliche Leistungen gibt. Mit dieser flexibel gestaltbaren Einmalzahlung wird erstmals ein neues Element in die Tarifpolitik eingeführt. Die Betriebsparteien haben damit erstmals die Möglichkeit, von der vereinbarten Lohnzahl erheblich nach unten abweichen zu können.
Außerdem vereinbarten die Tarifparteien einen Tarifvertrag zur Qualifizierung und einen Tarifvertrag, mit dem vermögenswirksame Leistungen in einen Rentenbaustein umgewidmet werden. Gerade letzterer stellt sich als ein besonderes gesellschaftspolitisches Zeichen dar, weil eine zusätzliche Alterssicherung für die Beschäftigten sehr wichtig ist.
Aus Sicht desjenigen, der den gesamten Verhandlungsmarathon mit sieben Verhandlungen und zuletzt mehr als 23-stündigen Gesprächen hautnah miterlebt hat, ist das vorliegende Verhandlungsergebnis gerade noch tragbar. Hervorzuheben ist, dass die Lohnerhöhung erstmals abhängig von der Finanzlage der Betriebe in Teilbereichen ist.
Dortmund, 24. April 2006
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