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Medien standpunkt 6-2007
Standpunkt 6/2007: Lösungsvorschlag der Arbeitgeber hat ein Gesamtvolumen von 3 %

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben beginnend im Tarifgebiet Baden-Württemberg für die Tarifrunde 2007 einen Lösungsvorschlag vorgelegt. Danach sollen die Einkommen der Beschäftigten insgesamt um 3 % erhöht werden.

Dieser Lösungsvorschlag ist kein erstes Angebot. Er ist vielmehr dazu geeignet, die Tarifrunde mit einem fairen Kompromiss rasch zu Ende zu bringen. In der Vergangenheit hatten sich die Verhandlungspartner in mehreren kleinen Schritten an den Kompromiss herangetastet. Der nun vorliegende Lösungsvorschlag ist ein großer Schritt hin zum Abschluss der Tarifrunde 2007.

Das Gesamtvolumen von 3 % wird in zwei Komponenten aufgeteilt. 2,5 % sollen als nachhaltig wirkende Komponente in die Entgelttabellen eingehen. Ungeachtet der insgesamt guten konjunkturellen Situation sorgt der enorme internationale Wettbewerbs- und Kostendruck permanent dafür, dass die Unternehmen nahezu keine Preisspielräume haben. Die Unternehmen müssen überwiegend ihre Produktivitätsgewinne direkt an die Kunden weitergeben. Vor diesem Hintergrund erhöhen dauerhaft wirkende 2,5 % bei einer voraussichtlichen Teuerungsrate von 1,8 % die reale Kaufkraft der Beschäftigten.

Die zweite Komponente ist ein Konjunkturbonus von 0,5 % für die Laufzeit des Tarifvertrages. Dieser Konjunkturbonus beteiligt die Beschäftigten an der guten Lage der Branche, ohne den Betrieben Kosten aufzubürden, die sie auf Dauer in ihrer Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Der Konjunkturbonus bezieht sich auf das tarifliche Monatseinkommen und soll auf die Laufzeit des Abschlusses begrenzt werden. Die Bestimmung des Auszahlungszeitpunktes soll von den Betriebsparteien vereinbart werden.

Dieser Lösungsvorschlag ist vom Vorstand des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall entwickelt worden. Er wird von den übrigen Metall-Arbeitgeberverbänden in der zweiten Verhandlungsrunde den regionalen IG Metall-Bezirksleitungen vorgetragen.

Für viele Unternehmen ist mit diesem außergewöhnlich hohen Vorschlag bereits eine Schmerzgrenze erreicht. Wegen des hohen internationalen Kostendrucks und den daraus folgenden geringen Preisspielräumen dürfen die Unternehmen nicht mit nachhaltigen Kosten belastet werden, die die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Der Tarifabschluss 2007 wird entscheidend dafür sein, ob die im Jahr 2006 erzielte Belebung der inländischen Investitionstätigkeit und vor allem der Beschäftigungsaufbau auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Mit dem vorliegenden Lösungsvorschlag halten die Metall-Arbeitgeber eine Fortsetzung des Beschäftigungstrends für erreichbar.

Dortmund, 28. März 2007