Metall-/Elektroberufe

Das Ausbildungsangebot in der M+E-Industrie

Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie bilden in einer Vielzahl von Ausbildungsberufen aus, die interessant, modern und zukunftssicher sind. In der Mehrzahl sind das Metallberufe, metallerzeugende Berufe, Elektroberufe und Berufe der Informations- und Telekommunikationstechnik (IT-Berufe). Es gibt darüber hinaus aber auch Ausbildungen im kaufmännischen Bereich.

Auf die intensivere Verflechtung der Weltmärkte und die verschärfte Wettbewerbssituation für deutsche M+E-Unternehmen hat der Industriezweig mit einem durchgreifenden Strukturwandel reagiert. High-Tech hat in vielen Produktionsstätten der M+E-Industrie Einzug gehalten und die Anforderungen an die Arbeitsplätze stark verändert. Neue Arbeitsformen und -organisationen verändern nicht zuletzt auch die Anforderungen an die Menschen in den Unternehmen. Deshalb passt die M+E-Industrie die Ausbildungsinhalte immer wieder der Entwicklung an und schafft neue Ausbildungsberufe. In den neugeordneten Metall- und Elektro-Berufen sowie den IT-Berufen werden daher die Ausbildungsinhalte in Kern- und Fachqualifikationen vermittelt. In den übrigen M+E-Berufen gliedert sich die Ausbildung noch in eine berufsfeldbreite, d.h. für alle gleichgeordnete, etwa einjährige Grundbildung und in eine anschließende zwei- oder zweieinhalbjährige Fachbildung.

Auf diese Weise sichert die breit angelegte Berufsausbildung einerseits die Flexibilität in der beruflichen Tätigkeit und andererseits die berufsbezogene, fachliche Vertiefung und unmittelbare Berufsfähigkeit.

Industrielle Metallberufe

Seit dem 1. August 2004 bestimmen moderne Ausbildungsregelungen die Berufsausbildung in den fünf industriellen Metallberufen.

  • Industriemechaniker/in
  • Werkzeugmechaniker/in
  • Zerspanungsmechaniker/in
  • Anlagenmechaniker/in
  • Konstruktionsmechaniker/in

Bereits seit dem 1.8.2003 gibt es das neue Berufsbild des/r Kraftfahrzeugmechatronikers/in.
Der Beruf ist aus den bisherigen Berufen "Automobilmechaniker/in", "Kfz-Elektriker/in" und "Kfz-Mechaniker/in" entstanden und wird gleichermaßen in der Industrie wie im Handwerk ausgebildet.
Für die auf 3,5 Jahre festgelegte Ausbildung in den industriellen Metallberufen hat die Neuordnung folgende Auswirkungen:

  • Wegfall der bisherigen 18 Fachrichtungen in den fünf Berufen,
  • Vermittlung gemeinsamer Qualifikationen für alle industriellen Metallberufe ("Kernqualifikationen") über die Dauer von 21 Monaten (50% der Ausbildungszeit) und ihre Verzahnung mit der Vermittlung berufsspezifischer Qualifikationen (50% der Ausbildungszeit),
  • Ausrichtung der Berufsprofile an betrieblichen Arbeits- und Geschäftsprozessen und neuen Qualifikationserfordernissen (z.B. eigenverantwortliche Dispositions- und Terminverantwortung, Qualitätsmanagement, Kundenorientierung, Anwendung englischer Fachbegriffe in der Kommunikation etc.)
  • Ausrichtung der Ausbildung an betrieblichen Schwerpunkten in Einsatzgebieten des jeweiligen Ausbildungsbetriebs
  • Orientierung des Berufsschulunterrichts an konkreten beruflichen Aufgabenstellungen und Handlungsabläufen,
  • "gestreckte" Abschlussprüfung mit zwei Prüfungsteilen, bei der im Teil II erstmals ein betrieblicher Auftrag oder überbetrieblich entwickelte Aufgaben in den Mittelpunkt gestellt werden können.

Die industriellen Metallberufe unterscheiden sich von den gleichartigen Handwerksberufen durch die Art der Fertigung. Werden im Handwerk eher Einzelstücke oder kleinere Stückzahlen von einzelnen Produkten gefertigt, steht bei Industriebetrieben die Fertigung von Großserien oder von Großprodukten, wie Flugzeugen, Frachtschiffen oder Produktionsmaschinen und -anlagen, im Vordergrund.

Industrielle Elektroberufe

Seit dem 1. August 2003 gibt es neue Ausbildungsberufe in der Elektrotechnik/Elektronik:

  • Elektroniker/in für Automatisierungstechnik
  • Elektroniker/in für Betriebstechnik
  • Elektroniker/in für Gebäude- und Infrastruktursysteme
  • Elektroniker/in für Geräte und Systeme
  • Elektroniker/in für luftfahrttechnische Systeme
  • Elektroniker/in für Maschinen und Antriebstechnik
  • Systeminformatiker/in

Die Neuordnung der Elektroberufe ist gekennzeichnet durch:

  • die Orientierung an Geschäftsabläufen;
  • die Neustrukturierung der Prüfung ("gestreckte Prüfung"), das heißt eine fachpraktische Prüfung etwa zur Halbzeit der Ausbildung und eine geschäftspraktische Abschlussprüfung;
  • Fremdspracheneinsatz (Englisch gilt in vielen Betriebsbereichen als Geschäftssprache).

Zu den Merkmalen der neuen Elektroberufe gehören daher insbesondere ihre Prozessorientierung, Arbeiten bei einer ständigen Qualitätskontrolle, die eigenverantwortliche Steuerung im Team von Produktionsterminen, Arbeits- oder Urlaubszeiten, wachsende IT- wie auch betriebswirtschaftliche Kompetenzen.

Die industriellen Elektroberufe unterscheiden sich von den gleichartigen Handwerksberufen durch die Art der Fertigung. Werden im Handwerk eher Einzelstücke oder kleineren Stückzahlen von einzelnen Produkten gefertigt, steht bei Industriebetrieben die Fertigung von Großserien oder von Großprodukten, wie Flugzeuge, Frachtschiffe oder Produktionsmaschinen und -anlagen, im Vordergrund.

Zu den Ausbildungsinhalten gehört die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten in speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), im Umgang mit elektronischen Baugruppen, in der Handhabung von Hard- und Software sowie in der Mikroprozessortechnik. Daneben gelten Selbständigkeit im Planen, Durchführen und Kontrollieren als wichtige Ausbildungsziele.

Die Ausbildungsdauer beträgt einheitlich dreieinhalb Jahre.